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Beschlagnahme von über 180 Vögeln stellt uns vor eine große Herausforderung

Ein bunter, lauter Schwarm

Ein bunter, lauter Schwarm

Im Februar 2024 ging es hoch her im Kleintierhaus. Bunt und laut war es. Das Veterinäramt war anonym zu einem Vogelbesitzer gerufen worden, der seine Tiere nicht artgerecht halten soll. Die Haltungsbedingungen erwiesen sich dann leider tatsächlich als ungenügend. Es waren viel zu viele Vögel auf zu engem Raum. Die Tierrettung wurde gerufen und auch das Tierheim war mit einem Mitarbeiter vor Ort. Eine Mammutaufgabe musste bewältigt werden, die den ganzen Tag beanspruchen sollte.

Es waren 150 Halsbandsittiche, 13 Nymphen­sittiche, 12 Prachtrosellas und fünf Wellensittiche, die eingefangen, begutachtet und in Transportboxen verbracht werden mussten. Während die Mitarbeiter des Veterinäramtes und die Kollegen vor Ort durcharbeiteten, mussten im Tierheim die Vorkehrungen für die Unterbringen der Vögel getroffen werden: Wohin damit? Im Kleintierhaus gibt es zwar zwei Volieren, aber für diese enorme Anzahl waren diese viel zu knapp. Also wurden kurzerhand Kaninchen umgesetzt und die Boxen vogelsicher gemacht. Außerdem wurde ein Zimmer in eine riesige Vogelvoliere umfunk­tioniert: Fenster wurden nun mit Zeitung abgeklebt, Fußböden mit Laken abgedeckt und Sitzstangen sowie Seile eingezogen. Schnell musste es gehen, denn die Vögel waren teilweise in keinem guten Zustand. Aber da solche Aktionen immer wieder vorkommen und meist nicht geplant werden können, sind die Tierheim­mitarbeiter*innen sehr gut im Improvisieren.

Als alle endlich an Ort und Stelle und gut versorgt waren, machten wir uns um die artgerechte Vermittlung Gedanken. Zum Glück war gerade das SWR Fernsehen für Aufnahmen bei uns im Tierheim und der Beitrag über die Beschlagnahme , der in der Landesschau gesendet wurde, hat viele Menschen erreicht. Auch übers Radio und in der Presse wurde von unserer „Vogelschwemme“ berichtet. Letztendlich konnten alle Tiere in ein geeignetes Zuhause bei erfahrenen Vogelfreunden vermittelt werden! Als der letzte Vogel ausgezogen war, hieß es noch alles wieder in den Ursprungszustand zu versetzen und wer Vögel hat weiß, welch große Aufgabe da noch vor uns lag. Aber auch das haben wir im Team gemeistert!

Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, dass sich Menschen sehr schnell überschätzen und dann völlig überfordert sind so viele Tiere richtig zu versorgen und eine artgerechte Unterbringung zu bieten. Egal aus welchen Gründen man in solch eine prekäre Lage für die Tiere kommt, ob aus falsch verstandener Tierliebe oder weil man ein Geschäft damit machen will, die Leidtragenden sind immer die Tiere.