Lotte
Ein Kindheitstraum wird wahr
Endlich ging unser Kindheitstraum in Erfüllung: Wir wollten einen Anfängerhund adoptieren. Unter den uns im Tierheim vorgestellten Hündinnen war auch Lotte. Zu Beginn wollte sie uns noch nicht recht trauen, ganz zu schweigen von räumlicher Nähe. Erst mit regelmäßigen Spaziergängen und dem ein oder anderen Leckerli durften wir uns langsam, aber sicher ihr Vertrauen erkaufen. Bald schon durfte sie tageweise bei uns bleiben, wo sie sich mehr und mehr entspannte und langsam kleine Funken ihrer Neugier sichtbar wurden.
Einige Monate später, es war gerade Anfang Juni, kam der große Tag: Lotte durfte für immer bei uns einziehen. Wir hatten für alles gesorgt: Decke, Hundebett, Leckerlis. Alles war bereit, aber wie gewohnt, verbrachte Lotte viel Zeit schlafend an ihrem geschützten Rückzugsort. Wir gesellten uns immer wieder zu ihr, boten kurze Streicheleinheiten und Leckerlis an, die sie zuerst zögernd und mit der Zeit immer vertrauensvoller annahm. Lotte zeigte nie Aggression, was es uns leichter machte, ihr unsere guten Absichten zu vermitteln.
Anfänglich ergriff sie bei Besuch stets die Flucht. Doch innerhalb von fünf Monaten wandelte sie sich von einer unsicheren, scheuen zu einer lebensfrohen und aufgeweckten Hündin. Heute begrüßt sie uns schwanzwedelnd und fordert offen Zuneigung von ihren Frauchen ein. Morgenmuffel Lotte? Keine Spur! Verzögert sich ihr Morgenritual, springt sie in unsere Betten und weckt uns unsanft mit einer Pfote im Gesicht.
Bekannte Stammgäste in ihrem Zuhause ignoriert sie entweder oder sie genießt deren Streicheleinheiten, während sie bei Fremden erst einmal zurückhaltend bleibt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit nimmt unsere Lotte aber auch von ihnen Leckerlis an, natürlich nur, wenn wir ihr vorher gezeigt haben, dass der Besuch auch wirklich in Ordnung ist.
Mit Lotte erleben wir ständig Neues. Und sie entdeckt gemeinsam mit uns die Welt. Sie begleitete uns auf einem Wanderwochenende in den Alpen, bei dem sie uns alle überholte. Unsere Freunde und Freundinnen begrüßt sie seit der intensiven Zeit ähnlich herzlich wie uns. Nur Kinder, vor allem wenn sie herumrennen und kreischen, die kann sie immer noch nicht leiden. Unter anderem deshalb besucht Lotte mit uns seit September einmal in der Woche eine Hundeschule, die Lotte hilft, weiter aufzublühen und Sicherheit zu gewinnen. Ihr beeindruckender Fortschritt in so kurzer Zeit macht uns zuversichtlich. Wir freuen uns jetzt schon auf die vielen, vielen Abenteuer, die wir gemeinsam mit Lotte in den nächsten Jahren noch erleben werden. Stefanie Vogel / Lea Hannig