Zum Hauptinhalt springen

Nala

Gewollt und geliebt

Ein herzliches Miau von mir! Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist mittlerweile Suki; meine ersten vier Lebensjahre hieß ich jedoch Nala.

Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber es muss was Schlimmes gewesen sein. Denn plötzlich wurde ich aus meinem Zuhause weggebracht in ein sogenanntes Tierheim. Wie der Name schon sagt, sind da sehr viele verschiedene Tiere, und das war ganz schlimm für mich: Ich bin sehr sensibel und kann absolut nichts mit anderen Tieren anfangen. Mir ging es dort nicht gut, obwohl sich alle Menschen sehr um mich bemühten. Langsam fasste ich dann wieder ein bisschen Vertrauen, und da kam auch wieder jemand und holte mich endlich wieder in ein Zuhause, jippie!

Leider musste ich nach einigen Tagen wieder zurück ins Tierheim… Man war wohl überfordert mit mir, wurde gesagt. Aber nach einiger Zeit (für mich eeewig lang) besuchten mich zwei Menschen, die sehr lieb zu mir waren und mich nicht bedrängten, die einfach da waren, mit mir redeten und mich nur streichelten, wenn ich ihnen deutlich signalisierte, dass ich das möchte. Das war schön! Leider verschwanden sie wieder. Aber sie kamen erneut! Und beim dritten Mal durfte ich mit zu ihnen nach Hause. Das war mir in dem Moment zwar nicht klar, denn ich wehrte mich mit allen Mitteln, in die Transportbox gesteckt zu werden. Hätte ich gewusst, was mich erwartet, wäre ich mit Anlauf hinein gehüpft und hätte die Tür von innen zugehalten.

Ich wohne nun mit meinen zwei Dosenöffnern in einem Haus, in dem die untere Etage quasi mir gehört. Ein Zimmer ist komplett meines: Da habe ich meine Klos (ja, ich hab zwei und eines auf der Terrasse). Und auch meine Futternäpfe und Wasser ist da drin; natürlich auch ein Teppich am Boden, Kratzbaum, Schlafhöhle und mein eigener Schrank mit Sachen nur für mich: Futter, Leckerlis, Spielzeug… Aber am liebsten bin ich mit meinen Menschen im Wohnzimmer. Da steht direkt an der großen Glasfront mein Kratzbaum, damit ich immer die Vögel im Garten beobachten kann. Das liebe ich! Ich hab natürlich noch einen zweiten Kratzbaum und zwei Kratztonnen hier stehen; die Katze von Welt möchte ja Abwechslung. Deshalb nutze ich das alles auch ausgiebig und verschone gnädig die Menschenmöbel.

Das Tollste ist, dass ich nun auch raus darf! Ich bin zwar etwas ängstlich und war anfangs völlig überfordert, wenn der Wind durch meine Schnurrhaare wehte, aber mittlerweile genieße ich es, ab und zu draußen in der Sonne zu liegen oder Fliegen zu fangen. Natürlich darf ich nicht GANZ raus, sondern die Terrasse wurde extra für mich von einem Profi eingezäunt! Das sieht richtig gut aus, und meine Menschen müssen sich keine Sorgen machen, dass ich aus Versehen entwische. Aber ich bin eigentlich nur draußen, wenn jemand bei mir ist. Wenn ich mal gar nicht rein möchte, meine Menschen aber schon, dann hab ich gelernt, durch die Katzenklappe reinzugehen. Naja, gehen ist untertrieben: ich rumpele immer mit Karacho durch und schiesse rein wie der Blitz – danach bin ich ganz stolz, dass ich mich das getraut habe, und maunze meine Menschen triumphierend an.

Überhaupt bin ich sehr kommunikativ, sagen meine Diener, und extrem liebesbedürftig. Ich kann stundenlang auf meinem Frauchen liegen, mein Köpfchen in ihrem Hals vergraben. Sie haben sehr schnell verstanden, dass bei mir alles nach meinem Geschmack laufen muss; ich bin keine Schmusekatze, die man hochhebt und knuddelt, oh nein! ICH bestimme, wann ich kuscheln will, und dann nur, solange es mir passt. Und da sie das bzw mich genau so akzeptieren, wie ich eben bin, mit all meinen kleinen „Macken“, läuft das super mit uns dreien.

Woran wir noch arbeiten müssen, ist meine Verlustangst. Wenn meine Menschen mal einige Tage weg sind, kommt eine ganz liebe Frau und wohnt extra bei mir, damit ich nicht allein bin. Trotzdem hab ich mich so gefreut, als meine „Dosis“ wieder da waren, dass ich die ganze Nacht auf Dramaqueen gemacht habe. Dasselbe, als sie mal nur abends einige Stunden weg waren und später als sonst heimkamen. Aber mit der Zeit werde ich merken, dass ich hier für immer bleiben kann und meine Menschen immer wieder zu mir zurück kommen werden.

Zurückblickend war es wohl mein Glück, dass ich in dieses Tierheim kam, denn nun lebe ich wahrlich das Leben einer Einzelprinzessin.

Und meinen Namen Suki bekam ich ganz bewusst: das heißt auf japanisch die Gewollte, die Geliebte – und das bin ich hier, das spüre ich auch und das tut mir so gut!

Irgendwie hab ich jetzt in meinem neuen Leben auch andere Vorlieben entwickelt: das Futter, das meine jetzigen Menschen extra bestellt haben, weil ich das wohl immer am liebsten mochte, rühr ich jetzt nicht mehr an. Wir haben uns miteinander durch einige neue Sorten getestet, und ich hab nun andere Lieblingsmarken, die natürlich gleich auf Vorrat angeschafft wurden.

Ja, meine Menschen lieben mich sehr und tun alles für mich! Und das danke ich ihnen mit ganz viel Liebe, und sie dürfen sogar abends mit mir vor dem Holzofen sitzen, wobei ich natürlich den extra Hocker direkt davor habe und die beiden am Sofa sitzen. Aber das ist für uns alle drei sehr ok.

Liebe Grüße von meinem Für-Immer-Zuhause, eure glückliche Suki! Karin und Thomas K.