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Pechvogel Karim

Der einsame Weg eines Kangals

Ein bedrückendes Kapitel in Karims Leben hat vor kurzem begonnen. Als er vor einem Jahr in ein neues und wunderschönes Zuhause mit einem großen Garten und einem bestehenden Hunde-Rudel vermittelt wurde, schien das Glück des halbwüchsigen Herdenschutzhundes perfekt. Heute findet sich der groß gewachsene und imposante Kangal-Rüde wieder bei uns im Tierheim: umgeben von bellenden Hunden und kalten, trostlosen Gittern.

Nach seiner Vermittlung in sein neues Zuhause integrierte sich Karim schnell in den Alltag seiner Familie. Tagsüber ruhte er sich aus, doch abends brauchte er viel Bewegung und aktiven Auslauf, um sich auszupowern. Der große Garten wurde zu seinem eigenen Reich. Typisch für einen Herdenschutzhund konnte er alles beobachten und bewachen.

Doch das Glück währte leider nicht ewig. Das Verhalten gegenüber anderen Hunden im Rudel wurde zunehmend schwieriger. Zwar spielte Karim liebevoll mit einigen, doch bei manchen Hunden, die er nicht mochte, nahmen unkontrollierte und aggressive Ausbrüche zu. Unvermittelt ging er auf ihm unsympathisch gewordene Rüden los. Leider biss er dabei auch zu.

So folgte leider die traurige Entscheidung seiner vorherigen Besitzer, Karim wieder im Tierheim abzugeben. Nicht leichtfertig wurde diese getroffen. Ein Hund, der so offensichtlich lieb und klug ist, sitzt jetzt wieder im tristen Tierheim-Zwinger. Die Situation mit anderen Hunden im Haushalt machte diese Entscheidung unumgänglich. Das Wohl der gesamten Hundegruppe stand im Vordergrund.

So beginnt für Karim im Tierheim Esslingen ein neues Kapitel, geprägt von Hoffnung und Unsicherheit. Ein Herdenschutzhund, der in dieser Zeit sein Herz an seine menschliche Familie verloren hat, sucht jetzt erneut nach erfahrenen Händen und einem warmen Zuhause bei Menschen mit viel Platz, in dem er endlich sein Glück finden kann.

Karim, mit seinen zwei Jahren, ist ein imposanter, kräftiger, aufgeweckter und intelligenter Herdenschutzhund. Seine Sehnsucht nach Auslauf und Aufmerksamkeit seitens der Menschen im Tierheim ist schnell spürbar. Karim kam schon als kleines Baby in unser Tierheim. Im Hundehaus in der Futterküche ist der kleine Knuddelbär aufgewachsen. Somit hat er sehr viele positive Erfahrungen mit Menschen machen dürfen. Seine aktuelle, anfängliche Zurückhaltung weicht rasch einer tiefen Zuneigung zu den Menschen, die sich aktuell um ihn kümmern.

Karim sucht jetzt ein neues Zuhause als Einzelhund für immer. Natürlich ohne die Gefahr einzugehen, dass seine Eifersucht erneut zu aggressivem Verhalten gegenüber Artgenossen führt. Katzen und andere Kleintiere sollten nicht im neuen Heim sein. Für Familien mit kleinen Kindern wird Karim nicht empfohlen, obwohl er bisher kein auffälliges Verhalten gegenüber Kindern zeigte.